Biophysik

Biophysik ist ein Wissenschaftsgebiet an den Schnittstellen zwischen Physik, Chemie und Biologie.
Sie verbindet Elemente aller drei Wissenschaften und befasst sich mit der Struktur, den Eigenschaften, der Funktion und der Dynamik belebter Materie. Ihr Ziel ist die Aufklärung fundamentaler Prozesse der Grundlage des Lebens; sie benutzt physikalische Denkansätze und kombiniert sie mit Konzepten und Arbeitsweisen aus Chemie und Biologie.

Experimentell nutzt sie den Fundus an Methoden aus allen drei naturwissenschaftlichen Richtungen. Sie ist eine quantitative Wissenschaft: Ihr Ziel ist die quantitativ reproduzierbare Beschreibung von Naturvorgängen und die Herstellung quantitativer Zusammenhänge zwischen verschiedenen Phänomenen und Phänomenklassen. Zur Erreichung dieser Ziele greift sie in hohem Maße auf den Methodenfundus der Mathematik zurück.

Von der Physik grenzt sich die Biophysik durch ihren unmittelbaren Bezug zur belebten Natur ab, von den anderen Naturwissenschaften und technischen Fächern durch die wesentliche physikalische Komponente zur Beschreibung und Untersuchung der von ihr umfassten Gegenstände und Erscheinungen. Dabei werden modernste Verfahren der experimentellen und theoretischen Naturwissenschaften eingesetzt, insbesondere aus Bereichen der molekularen Spektroskopie, Laserphysik, Optik und Bildgebung.

Gegenstand der Biophysik ist die Erforschung von Phänomenen elementarer und komplexer Lebensvorgänge, die Anwendung der dabei gewonnenen Ergebnisse auf wirtschaftlich-technischem Gebiet und die fachbezogene Beurteilung der auch potentiellen Konsequenzen dieser Anwendungen im gesellschaftlichen Umfeld. Häufig besitzen die Ergebnisse biophysikalischen Arbeitens wichtige Ausstrahlungen auf andere Wissensgebiete und Wissenschaften, beispielsweise die Medizin, und werden in anderer Richtung von deren Seite maßgeblich beeinflusst.